Gott ins Spiel bringen

Es gibt viele gute Gründe, mit den Kindern im Kindergottesdienst zu spielen/ Theater zu spielen:

  • Spielen fördert die Beziehung unter den Mitspielenden. Vertrauen wird aufgebaut, man lernt sich besser kennen.
  • Kinder eignen sich ihre Welt generell spielerisch an - sie spielen von morgens bis abends, bspw. „so-tun-als-ob“-Spiele und schlüpfen dabei in Rollen, um diese auszuprobieren; sie benutzen dabei den Konjunktiv, z.B.: „Ich wär jetzt der Hund und der Besitzer wäre nicht da“. Rollenspiele sind ihnen sehr vertraut, auch biblische Geschichten können sie prima nachspielen, weiterspielen, fortführen...
  • Wenn Kinder spielen, dann lernen sie auch immer etwas. Das kann man oft nicht mit Worten als „Lernziele“ beschreiben. Sie entwickeln, vertiefen und entdecken beim Spielen vielfältige Kompetenzen, die sie auch als Erwachsener brauchen werden.
  • Beim Spielen werden die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder ernstgenommen.
  • Kindergottesdienst ist damit auch „nahe beim Kind“, ja kindgemäß.
  • Durch die bewusste Auswahl von Spielen können wir bestimmte Absichten und Ziele verfolgen (z.B. Entspannung und Ruhe herstellen, durch Kennenlernspiele den Gruppenzusammenhalt fördern, mit zu-Geschichten-hinführenden Spielen die Neugier wecken etc.).
  • Aber auch völlig zweckfreie Spiele machen einfach nur Spaß und sind erlaubt!
  • Schließlich können Kinder auch etwas „von Gott und unserem Glauben“ im Spiel entdecken. Aus den biblischen Aussagen, z.B. dass Gott uns Menschen liebt und möchte, dass wir unsere Nächsten wie uns selbst lieben, kann man für das gemeinsame Spiel ableiten: Wir sollen einander respektieren, im Umgang miteinander Regeln beachten, einander nicht verletzen, gemeinsam Aufgaben lösen und uns dabei unterstützen, Gerechtigkeit üben und fair zueinander sein etc. Somit ist auch klar, dass diskriminierende, ausgrenzende, menschenfeindliche, gewalttätige etc. Spiele im Kindergottesdienst nicht erwünscht sind.
    Wer die Möglichkeit hat, sollte für die Spiele auch mal raus gehen… Ortswechsel, frische Luft und mehr Platz helfen dabei, den Kindergottesdienst abwechslungsreich und lebendig zu gestalten!

Spielen ist also ein bereicherndes Element und kann sich an verschiedenen Stellen in der Liturgie „andocken“. Einfach ausprobieren! Wie das gemeinsame Spielen gut gelingt, dazu schreibe ich nun ein paar Tipps:

Wichtiges zum Thema „Spiel und Theater“:
1. Jedes Spiel muss man so anleiten als wäre es das persönliche Lieblingsspiel! Dazu muss ich es selbst gut kennen (d.h. am besten schon mal gespielt haben) und es in wenigen Sätzen anmoderieren.
2. Wenn man die Beispiele einfach kurz vormacht und sich dabei quasi „selbst zum Affen macht“, fällt es den Mitspielern später auch leichter, sich „gehen zu lassen“.
3. Generell wollen wir „immer schön“ sein und gefallen – beim (Theater)Spielen sind wir auch mal hässlich, aber das ist gewollt! Dazu braucht es eine Atmosphäre des Vertrauens! Deshalb jeglichen Druck herausnehmen: Der Ball fällt beim Zuwerfen runter? Dann sagt der Spielleiter: „Nicht schlimm, hebt ihn wieder auf und wir spielen weiter.“
4. Es ist sinnvoll, für den Fall, dass die Spiele schneller als erwartet vorbei sind oder wenn man noch Zeit am Ende eines KIGOs übrig hat, Ersatzspiele in petto zu haben.
5. Grundsätzlich können alle Spiele, die Spaß machen (und nicht diskriminierend o.ä. sind), gespielt werden! Sie müssen nicht immer zur Geschichte/zum Thema passen, lassen sich aber oft durch kleine Änderungen „passend“ machen.
6. Eine Methode, Theater zu spielen, ist z. B. „Jeux dramatiques“ (LINK). Aber auch Standbilder, die zusätzlich Bewegungen/ Worte/ Geräusche machen, sind schon eine Form von Theater. Das Feld ist riesig und Kinder haben oft selbst ganz spannende Ideen, wie sie eine Geschichte umsetzen möchten!

Ich wünsche Ihnen gesegnete, bewegte Kindergottesdienste mit lachenden Kinder- UND Mitarbeitendenaugen, wenn Sie in Ihren Kindergottesdiensten immer wieder neu und auf verschiedene Weisen „Gott ins Spiel bringen“!

Literaturliste: Spiele für Kinder
Ulrich Baer, „666 Spiele: für jede Gruppe für alle Situationen“, Seelze-Velber, 172005.
Arthur Thömmes, „101 Spiele für den Religionsunterricht für Kinder von 6 bis 10 Jahren“, Mühlheim an der Ruhr 2010.
Anke Rieper, Luther-Spiele. 33 Aktionen rund um den Reformator, Neukirchen-Vluyn 2012.
Gisela Dürr/ Martin Stiefenhofer, Schöne alte Kinderspiele. Ideen für Kinder aller Altersstufen, München 2011.
Manfred Hilkert, „Kindergottesdienst Spiele“, Gütersloh 2003.
Katrin Rouwen, Der Herr ist mein Hirte. KinderBibelSpiele zu Psalm 23, Hofgeismar 2012. www.ekkw.de/kigo/materialien
Martina Liebendörfer, Gott im Spiel?! Ein religionspädagogisches Handbuch für die Arbeit mit unter Dreijährigen in Mutter-Kind-Gruppen und anderen Betreuungsangeboten für Kleinkinder, Stuttgart Oktober 2011. (www.frauen-efw.de)
Martina Leppert (Hg.), Das Geocaching Buch zur Bibel, Kassel 2013.
Elke Hartebrodt-Schwier (Hg.), Das große Bibelspielebuch. 350 Gruppenspiele, Neukir-chen-Vluyn 32011.
Internet: www.spieledatenbank.de, www.spielekiste.de/archiv, www.gruppenspiele-hits.de, www.spielend-lernen.de

Katrin Rouwen, Spiel- und Theaterpädagogin (bka)




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